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"Ausländersteuer" behindert - kulturelle Vielfalt gefährdet

Nicht nur Streichungen direkter Kulturförderung gefährden die kulturelle Vielfalt in Deutschland

Mit freundlicher Genehmigung von Stephan Holler (Jazz For You + meOme.de)

"In my travels, I've had the pleasure to observe a group of people consisting of all races, sexes, religious and sexual persuasions, working ..., playing ... and enjoying life together. There is much to be learned from observing the behaviour of this multi-hued group of world citizens. Who are this people??? Jazz fans!! Consequently my answer to the solution of the worlds many problems is MORE JAZZ." Dieses Zitat von Lester Bowie anlässlich der Krawalle in Los Angeles im Jahre 1992 gilt nicht nur für seine Heimat, die USA, sondern auch für die Bundesrepublik Deutschland. Nicht nur dass in den letzten Jahren in vielen Bereichen die direkte Kulturförderung gestrichen wurde, nein auch die Steuerpolitik der Regierung Kohl hat mit Einführung der sogenannten "Ausländersteuer" zu einer Situation geführt, die es vielen Veranstaltern unmöglich macht, Konzerte mit amerikanischen Musikern zu finanzieren.

Hierzu eine kurze Erläuterung, wie diese Steuer erhoben wird? Nach Angaben der DJF (Deutsche Jazz-Föderation e.V.) gilt derzeit ein pauschaler Steuersatz von 25 Prozent plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag auf alle Zahlungen an und für den Künstler - inklusive Reisekosten etc. Die Höhe des Steuersatzes von 25 Prozent sei dadurch zu erklären, dass von 50 Prozent abzugsfähigen Betriebsausgaben auszugehen sei und die verbleibende Hälfte der Einnahmen mit 50 Prozent zu versteuern sei. Einen Freibetrag - wie für die Steuerinländer mit Wohnsitz in Deutschland - gibt es gar nicht. Die Steuer ist vom inländischen Veranstalter abzuführen.

Ausnahmen gibt es nur bei wesentlicher und direkter Förderung durch öffentliche Mittel. Und gerade diese werden in letzter Zeit wesentlich gekürzt. Daher fordert die DJF zusammen mit der IDKV (Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft e.V.) neben der Einführung eines Freibetrages auch eine Reduzierung des Steuersatzes auf 15 Prozent. Dies dürfte nach der gerade beschlossenen Steuerreform mit Reduzierung der Steuersätze ohnehin fällig sein. Bleibt die Frage, ob unsere Politiker dies auch einsehen werden und dadurch die kulturelle Vielfalt in Deutschland - einschließlich in der Sparte Jazz - wieder zunimmt. Denn wie sagte Lester Bowie: "die Welt braucht dies, um ihre vielfältigen Probleme zu lösen."

(2000-08-10)

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