Swinging Hamburg


Aktuelles
Jazz-Forum
Terminsuche
Swinging Hamburg e.V.
Clubs etc.
Jazzband-Lexikon
Musiker-Lexikon
Jazz-Lexika
Jazz-CDs
Jazz-Links
Geschichte
Kontakt


Free Jazz

Jazzstilarten

Ein radikaler Bruch mit der Tradition wurde um 1960 vom Free Jazz vollzogen. Er hat seinen Ursprung in den spätehen 50-ern und ist durch Improvisation gekennzeichnet - das musikalische Thema dient nunmehr als Background, aus dem die Interpreten eigene Wege entwickeln. Der Hang zu einer fast starren Besetzung endet hier, es reichen schon zwei Musiker, um improvisieren zu können. Alles ist frei definierbar, einzige Basis ist das Grundthema. Trotzdem gibt es gewisse Regeln. Free Jazz ist also nicht musikalische Anarchie, auch wenn viele Leute das glauben.

Ornette ColemanFree Jazz ist ein Name für die Musik von Ornette Coleman, Cecil Taylor und Albert Ayler. Obwohl Coleman und Taylor schon vor den 1960-ern Aufnahmen machten, war der Begriff Free Jazz noch kein allgemeiner Gebrauch. Die Bezeichnung Free (also frei) rührte von Colemans Entscheidung her, Aufführungen anzubieten, bei denen vieles nicht organisiert war bei Melodie, Tempo oder begleitenden Akkorden.

Freiheit von diesen Vorschriften erlaubte den improvisierenden Jazzmusikern einen höheren Grad an Spontaneität, als er bei bisherigen Jazzstilen bekannt war. Obwohl Nichtmusiker vieles von Colemans Musik für kaum unterscheidbar vom Bebop hielten, machten Musiker genaue Unterschiede bei der Methode. Vieles von Cecil Taylors Musik ist außerordentlich aktiv. Sie ist bepackt mit komplexen Harmonien und Rhythmen. Und einige Aufnahmen von Albert Ayler, Pharoah Sanders und Ornette Coleman enthalten laute Schreie von Trompeten und Saxophonen, kombiniert mit nicht wiederholbaren, höchst komplexen Klängen von Bässen und Schlagzeug.

Das war der Grund, warum einige Zuhörer den Begriff Free Jazz verwendeten. Beispielsweise werden einige der Aufnahmen John Coltranes Mitte der 1960-er als Free Jazz eingestuft, wahrscheinlich wegen seiner völlig improvisierten Turbulenz und das, obwohl er vorgeschriebene Arrangements der Harmonien die improvisierenden Musiker führen ließ.

Free Jazz ist auch der Jazz, bei dem eigentlich jeder abwinkt. Beim Free Jazz haben wir es gewissermaßen mit zeitgenössischer Kunst zu tun, die sich nicht an der Schönheit orientiert. Sie dient eher dem Forscherdrang, will neue Wege gehen und Grenzen erweitern oder sogar sprengen. Weder Form noch harmonische Abläufe sind festgelegt, der Rhythmus wird völlig frei gestaltet.

(2001-01-01)

Informationen und Fotos von Jazzbands und Jazzmusikern findet Ihr im
Bandlexikon und im Musikerlexikon

zurück

Webseitenprogrammierung: 1a im Internet
Redaktionssystem-Programmierung: Bischoff GRAF!K-DES!GN


© 1999-2012  SWINGING HAMBURG     Ein Service vom  LOKAL-ANZEIGER VERLAG