Swinging Hamburg


Aktuelles
Jazz-Forum
Terminsuche
Swinging Hamburg e.V.
Clubs etc.
Jazzband-Lexikon
Musiker-Lexikon
Jazz-Lexika
Jazz-CDs
Jazz-Links
Geschichte
Kontakt


Bebop

Jazzstilarten

Nachdem die Kommerzialisierung des Swing als Unterhaltungsmusik sich ständig weiterentwickelte und damit immer weiter vom Jazz entfernte, entstand etwa 1940 der Bebop oder auch Bop genannt, vorwiegend von schwarzen Musikern gespielt. In den Bigbands wurde die Rhythmus-Sektion von einer großen Anzahl Blasinstrumente beherrscht. So entschlossen sich einige Jazzmusiker aus den Bigbands auszusteigen und wieder mehr Ausdruck in ihre Musik zu legen. Nun wurde wieder Wert auf Improvisation und ausdrucksstarke Spielweise gelegt.

Der Bop brachte die wohl wichtigsten Änderungen im Jazz mit sich sowohl im musikalischen wie auch nicht-musikalischen Bereich. Die Auswirkungen des 2. Weltkrieges sorgten dafür, dass die Bigbands zerfielen und immer mehr kleine Combos gegründet wurden. Amerika war nervös, der Jazz war auch nervös und angriffslustig. Weil viele bekannte Jazzmusiker beim Militär waren, spielten sich junge, neue Musiker nach vorne und setzten viele Ideen in die Tat um.

Bop war der erste Jazzstil, nach dem nicht getanzt wurde. Das hatte natürlich auch große Auswirkungen auf das Repertoire. Gleichzeitig entfernte sich der Jazz mit dem Bop sehr schnell von der Popularität, die er noch mit dem Swing genossen hatte. Der Bop fand seine Anhänger mehr und mehr in der gehobenen und intellektuellen Gesellschaft. Dieses Elitedenken wirkte sich auch auf die Musiker aus. So genügten viele Swingmusiker auch nicht den Ansprüchen der Bopmusiker. Die Musiker mussten mehr Kenntnisse im theoretischen Bereich der Musik mitbringen. Der Bop war wurde generell schneller gespielt, erforderte eine präzise und individuelle Beherrschung des Instruments, die bei den vorherigen Jazzstilen nicht von Nöten waren.

Die Bands setzten sich aus einer Standard-Rhythmus-Sektion (Gitarre, Schlagzeug, Piano, Bass) zusammen und zwei oder drei Bläser - oft Saxophon und Trompete - kamen dazu und improvisierten ihre Soli. So war eine große Virtuosität der Jazzmusiker gefordert, da sie nicht länger in großer Anzahl spielten. Obwohl der Bebop anfänglich nicht mehr war als ein Aufleben der alten Ragtime- und Blues-Elemente, die allerdings in freier Interpretation vorgetragen wurden, war er eine sehr bedeutende und ist auch heute noch eine lebendige Form des Jazz. Manchmal wird er auch nur als Bop bezeichnet und ist ein zwischen 1943 und 1945 entwickelter Jazzstil mit rasenden Melodienkürzeln und avancierter Harmonik, der die Entwicklung des Cool Jazz einleitete.

Seine Blütezeit erlebte der Bebop von 1945 bis 1950. Sein Hauptkennzeichen ist der Scat, ein sehr lautmalerischer Gesang. Die Instrumente übernahmen immer mehr die Phrasierung und lieferten sich oft mehr Duelle als Duette, ebenso mit der Stimme der Säänger.

Anfänglich war der Bebop in New Orleans gar nicht gern gesehen. Vielleicht war er den Anhängern des traditionellen Jazz 'zu modern'. Selbst Louis Armstrong empfand den Bebop anfangs nur als 'schräge Akkorde, die gar nichts bedeuten'. So wurden Publikum und Musiker immer mehr gespalten, anstatt den Jazz zu stärken. Parteiische Journalisten auf beiden Seiten sorgten durch unnötige Angriffe und Kritiken dafür, dass die Fronten sich über Jahre hinweg verschärften. Trotzdem revolutionierte der Bebop die Musik. Die großen Swing-Bands schrumpften wieder zu kleineren Combos, auch die großen Dancehalls verschwanden und kleine Jazzclubs wurden eröffnet.

Die Bebop-Aera von 1944 bis 1955 gilt als die bedeutendste Periode der Jazzgeschichte, denn die Musiker holten das Beste aus ihren Intrumenten heraus und zwar nicht in kommerzieller sondern künstlerischer Hinsicht. Innovation siegte über Konvention, und man sah in die Zukunft statt die Vergangenheit zu verehren.

Andere betrachten den Bebop als das definitive Ende des Jazz. Der Stil verankerte Einsamkeit, elitäres Denken und trennte den Jazz vom Tanz. Darüber hinaus machte Bebop den Jazz unmöglich für jedermann mit Ausnahme von Hardcore-Sammlern (die alles sammeln, was mit Jazz zu tun hat, egal ob sie ihn mögen oder nicht), Akademikern und anderen Musikern. Das stimmt aber so nicht, denn es ist unbestritten, dass der Jazz sich für immer veränderte in den Bebop-Jahren.

Zu den bekanntesten Interpreten des Bebop zählen Charlie Christian (guitar), Kenny Clarke (drums), Miles Davis (trumpet), John 'Dizzy' Gillespie (trumpet), Dexter Gordon (tenor saxophone), Thelonius Monk (piano), Charles 'Bird' Parker (alto saxxophone), Max Roach (drums), Art Tatum (piano) und die Ella Fitzgerald (vocals) und Sarah Vaughan (vocals) sowie in der Gegenwart Al Jarreau (vocals) oder Jamiroquai (vocals).

(2001-01-01)

Informationen und Fotos von Jazzbands und Jazzmusikern findet Ihr im
Bandlexikon und im Musikerlexikon

zurück

Webseitenprogrammierung: 1a im Internet
Redaktionssystem-Programmierung: Bischoff GRAF!K-DES!GN


© 1999-2012  SWINGING HAMBURG     Ein Service vom  LOKAL-ANZEIGER VERLAG