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Mein Weg zum Jazz (Teil 26) - Bei der Get Happy Brassband in Rendsburg

Heinrich Winckelmann

Bei der Get Happy Brassband spielten eine Reihe von Tubisten - auch Hubert Witt aus Hamburg. Die bis zu drei Tubisten bzw. Sousaphonisten hupten fröhlich durcheinander. Das gefiel mir musikalisch nicht sonderlich. Dazu sagte mir das viele Tragen von Tuba und / oder Sousaphone nicht sonderlich zu. Als letzendlich nun auch noch regelmäßige Übungsabende in Rendsburg angesagt waren, beschloß ich bei dieser Marschband aufzuhören. Der Übungsabend in Rendsburg war mir für regelmäßige abendliche Fahrten doch zu weit.

Dazu gab es einen Sousaphonisten, der auch Trompeter war. Dieser hatte dadurch einen Virtuositätsgrad auf dem Instrument, den ich wohl kaum noch erreichen werde. Auch nicht erreichen will, da ich bestimmte eigene rhythmische Vorstellungen vom Tubaspiel beim Oldtime- Jazz habe. Diese orientieren sich an Pete Briggs von Louis Armstrongs Hot Seven aus den 20er Jahren. Trompetenartiges Sousaphone-Spielen ist nicht mein Ding.

Ich hörte ohne großes Bedauern bei der Brassband auf: Schluß war mit dem 14 kg-Sousaphone-Schleppen. Dann suchte die Schleswag - zu der Kontakte durch Klaus Nerlinger bestanden - einige Jazz-Musiker mit Tagesfreizeit für eine einwöchige Reise nach Polen. Die Jazzgruppe sollte - gewissermaßen als Gastgeschenk - eine große Reisegruppe von Schleswag-Betriebsräten zu einer Kontaktreise nach Polen begleiten. Diese Reise war als Kooperationsbeginn der Schleswag mit polnischen Stromversorgern geplant und sollte ungefähr eine Woche dauern.

Mit von der musikalischen Partie waren Heinz Hauschild an der Klarinette, Peter Timnick am Banjo, Job Schöningh am Kornett, Dieter Sommer am Washboard. Los gings mit einem großen modernen Reisebus. Wie spielten eine Woche lang bei den verschiedensten Anläßen, wurden bewirtet wie die Fürsten, mit Wodka abgefüllt bis zum Stehkragen. Job Schöningh füllte sich häufig bis zur Halskrause ab, und fiel bei einem Freilichtabend spät abends total breit in die Büsche. Mich bezeichnete er einmal bei einem der Gelage im Suff als absolut genußunfähig, da ich kaum trank und mein Wodkaglas immer zur Vorsicht mit Wasser auffüllte.

Mit Peter Timnick, einem gerade pensionierten Oberstleutnant, vertrug ich mich nicht immer gut, da dieser einen strammen - wie er meinte kameradschaftlichen - Befehlston am Leibe hatte. So etwas kann ich nicht immer gut vertragen. In Lublin gelang es mir in letzter Sekunde die Betriebsräte auf das KZ Treblinka aufmerksam zu machen und sie zu veranlassen, eine Besichtigung mit Kranzniederlegung vom Gastgeber zu erbitten. Eine Geste, die von den Polen mit größtem Wohlwollen aufgenommen wurde. Nur denkwürdig, daß erst ein mitreisender Jazzer die Betriebsräte darauf aufmerksam machen mußte.

(1998-12-24)

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