Swinging Hamburg


Aktuelles
Jazz-Forum
Terminsuche
Swinging Hamburg e.V.
Clubs etc.
Jazzband-Lexikon
Musiker-Lexikon
Jazz-Lexika
Jazz-CDs
Jazz-Links
Geschichte
Kontakt


Mein Weg zum Jazz (Teil 20) - An der Tuba bei den New Orleans Jazz Hawks

Heinrich Winckelmann

Ende der sechziger Jahre findet mich der Jazz dann wieder. Und zwar mit dem Kornettisten Dr. Dieter Garbers, einem Chirurgen aus Achim bei Bremen, dem Uni-Dozent Walter Drunck aus Kiel am Schlagzeug, dem heutigen Professional Thomas L'Etienne an der Klarinette, einem Kieler DR-Physiker am Banjo.

Ich hatte inzwischen von einem Norderstedter Musiker ein Sousaphone gekauft. Thomas L'Etienne tourt heute als Star-Saxophonist und Klarinettist durch die ganze Welt, heiratete die bekannte schwarze Sängerin Lillian Boutté.

Walter Drunck war ein witziger Mensch, deutlich zwanzig Jahre älter als wir. Für sein umfangreiches Schlagzeug mußte er immer einen Flossen-Mercedes kaufen. Nur in dessen eckigen Kofferaum paßte seine gesamte Schießbude. Diese war mehr als umfangreich. Toms noch und nöcher. Ich machte mir beim Auftreten nicht selten den Witz, das eine oder andere Tom etwas von ihm abzurücken, um zu sehen, ob er den Verlust überhaupt merkte. Aber er merkte und sah mich jeweils strafend an. Jedes Teil war sorgfältig an seinem Stuhl angebunden, damit es sich nicht - verursacht von seiner Spielvehemenz - von seinem Stuhl entfernte.

Die Gruppe nannte ich erst New Orlean Jazz Hawks später Savoy Ragtime Band. Leader war Walter Drunck. Er besorgte Aufritte in Kiel und Lübeck, z.B. im Lübecker Jazzclub. An der Posaune saß Walters Sorgenkind, ein englischer posaune-blasender Jazzer namens Pete Hindle, dem Walter Wohnung und Ingenieurs-Job besorgte, damit dieser von seiner Alkoholsucht loskommen sollte. Pete Hindle war ein erstklassiger Posaunist, der sich jedoch auf der Bühne angetrunken schlecht benahm, was ich ihm speziell bei einem aushelfenden Klarinettist übelnahm, dem er beim Spielen - besoffen auf einem Suhl sitzend - von hinten den Posaunenzug zwischen die Beine bohrte.

Ein Auftritt ist mir besonders in Erinnerung. Kornettist Dieter Garbers hatte ein eigenes Flugzeug, eine schwer zu fliegende französische Morane. Als wir unbedingt beim Flughafenfest auf seinem Achimer Heimat-Flughafen blasen sollte, erbot sich Dieter, mich, mein Sousaphone nebst Familie, vom Flughafen Hartenholm abzuholen. Dort kam er mit seiner Morane und einem Freund in einem zweiten Flugzeug.

Mein Sousaphone und ich kamen in die Morane. Meine Familie, Gattin, Jan und Stephanie in die zweite Maschine, dazu Raudi unser Edel-Pudel. Erst bestanden Bedenken wegen unseres Raudis: Diese erwiesen sich jedoch als vollständig gegenstandslos, denn Raudi verbrachte den ersten und einzigen Flug seines Pudel-Lebens ausgesprochen friedlich auf dem Schoß von Gattin Elke. Abends gings mit dem Flieger zurück. Auch für die Kinder ein großes Erlebnis.

(1998-12-24)

Informationen und Fotos von Jazzbands und Jazzmusikern findet Ihr im
Bandlexikon und im Musikerlexikon

zurück

Webseitenprogrammierung: 1a im Internet
Redaktionssystem-Programmierung: Bischoff GRAF!K-DES!GN


© 1999-2012  SWINGING HAMBURG     Ein Service vom  LOKAL-ANZEIGER VERLAG