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Mein Weg zum Jazz (Teil 14) - Üben im damaligen Hamburger Jazzclub

Heinrich Winckelmann

Edgar sollte mir über lange Jahre ein treuer Jazzbegleiter sein. Zuerst entsinne ich sein Eintreffen zum ersten abendlichen Vorstellen nach Kleinanzeige beim Üben im damaligen Hamburger Jazzclub, der in der Winterhuder Dorotheenstraße eben vor dem Ende am Mühlenkamp rechts oben in einem alten Hochbunker residierte. Dort traf ich auch erstmalig auf Jürgen Rohloff, der heute der angesehene Besitzer des Cotton-Clubs am Hamburger Großneumarkt ist.

Der Hamburger Jazzclub gab immer statt Eintrittskarten abendlich befristete Mitgliedskarten aus, wohl um irgendwelche Steuergeschichten zu umgehen. So richtig gemütlich war es nicht in den alten Bunkerräumen, jedoch urig, wie es der Uraltjazz nun einmal erfordert. Edgar Voigt, heute Tubist bei Brunos Salonband und der Canalstreet Jazzband, kam mit einer Trompete unter dem Arm zum Übungstreffen im Hamburger Jazzclub-Hochbunker an und mußte sich erst einmal aus einer dicken Motorrad-Lederkluft pellen. Ich hatte mal wieder eine Kleinanzeige im Hamburger Abendblatt zur Trompetersuche aufgegeben. Das mit der Trompete war wohl Edgars letzter Trompetenauftritt, dann spielte er Tuba, später Sousaphone bei Carlos Jazz Germanen.

Der Leader und Antreiber der Gruppe war nach wie vor ich als Banjospieler. Ausgesprochen witzig mußte es ausgesehen haben, wenn Edgar Voigt mich auf seinem Motorrad zu einer Jazz-Mucke mitnahm. Ich hatte Edgars Tuba auf den Rücken geschnallt und hielt meinen Banjokoffer krampfhaft hinter Edgars Rücken fest. Womit ich mich absicherte, das war wohl nur der klammernde Kniegriff auf der 125er Knatterkiste von Edgar. Polizeiliche Schwierigkeiten hat es nie gegeben, obwohl die Gefährt mit zwei Jazzern und zwei größeren Instrumenten ziemlich ungewöhnlich ausgesehen haben muß.

Als Schlagzeuger kam zwischenzeitlich ein ungewöhnlicher Mensch zu uns. Klein und irgendwie randständig - er wohnte in einem Bunker in der Kanalstraße, wo wir auch gelegentlich übten - und benahm sich irgendwie denkwürdig, was für mich als Sohn bürgerlichen Hauses doch seltsam war.

(1998-12-24)

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