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Die Geschichte der Hamburger Jazzszene - Teil 09

Gabriele Benedix

5.3 Präsenz im Rundfunk

Der Phonoverband der deutschen Wirtschaft stellt in seinem Jahrbuch fest, daß der Jazz im Repertoirevergleich für Gesamtdeutschland das Angebotsschlußlicht bildet. Im Fernsehen bieten nur die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten Jazzsendungen an. Das private Fernsehen klammert diese Kulturrichtung gänzlich aus.

Dies bestätigen auch die Ergebnisse der Umfrage. Die Reaktion der Rundfunkredaktionen ist äußerst schwach zu bezeichnen. Von 17 angeschriebenen TV- und Hörfunkanstalten aus dem Hamburger Umfeld antworteten trotz wiederholter Nachfrage lediglich vier Redakteure. Unabhängig von dem wenigen statistisch erlangten Material ist dieses Verhalten an sich bereits als Indikator zu bewerten: der Rundfunk räumt dem Jazz nach wie vor einen extrem niedrigen Stellenwert ein.

Im einzelnen antwortete ein lokaler privater Fernsehsender, zwei private Rundfunksender aus dem norddeutschen Raum und ein Zusammenschluß nicht-kommerzieller Betreiber. Der NDR wurde nach wiederholtem Nachhaken telephonisch interviewt. Alle vier Medien sind Anfang der 90er an den Start gegangen mit einem sehr geringen Jazzanteil.

Die bevorzugten Stilrichtungen im Jazzbereich differieren je nach Zielgruppe. Der Hörfunksender, dessen Zuhörer zwischen 18 und 40 Jahre alt sind, sendet Hip Hop und Dancefloor. Reiner Dixieland wird von dem Sender gespielt, dessen Zielgruppe älter als 40 ist. Der Fernsehsender (ohne spezifische Zielgruppe) spielt nur Mainstream. Keiner der vier Sender beschäftigt einen eigenen Jazzredakteur bzw. Freien Mitarbeiter.

Der Jazz dient nur der musikalischen Gestaltung und wird nicht redaktionell behandelt. Der Anteil der Jazzmusik am Gesamtprogramm beträgt bis auf den Zusammenschluß, der dem Jazz 20 % gibt, weniger als ein Prozent. Alle drei Radiosender legen das musikalische Hauptgewicht auf internationale Interpreten.

Lediglich der Fernsehsender gab an, fünf Prozent Hamburger Künstler zu senden. Leider konnte der Sender keine Angaben über Einschaltquoten geben, weshalb keine Aussage über die Wahrnehmung der Hamburger Interpreten gemacht werden kann. Die übrigen Sender gaben Einschaltquoten von 60 000 Zuhörern je Tag bis zu 305 000 je Stunde an - ihr Anteil an Hamburger Interpreten liegt jedoch unter einem Prozent.

Auszüge aus der Diplomarbeit und mit freundlicher Genehmigung von Gabriele Benedix

(1999-08-23)

Informationen und Fotos von Jazzbands und Jazzmusikern findet Ihr im
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