Hendersen, Elke
vocals

Elke HendersenElke Hendersens Fans scheinen sich in zwei große Gruppen zu teilen. Da sind zunächst die Freunde, die Elke erst heute kennenlernen und ob ihrer voluminösen, kraftvollen Blues- und Jazzstimme sozusagen frisch beeindruckt sind. Und dann sind da die Insider, die Elkes Röhre noch aus der guten alten Hamburger Szene Zeit aus den 70ern kennen, sozusagen die echten Jazz-Hardliner. Sie waren damals live dabei, als Elke bei den Subway Jazzmen oder der Old Merry Tale Jazzband den Topf aufmachte und mit Stücken wie Blues my Naughty oder Lazy River ihren weiten Freundeskreis gründete.

Als waschechte Hamburgerin begann Elke natürlich, kaum dass sie sprechen konnte, mit dem Trällern von Liedern aller Art, später auf der eigenen Gitarre begleitet. Als aber dann in den 60ern die Skifflemusik über ganz Deutschland und letztlich auch über Hamburg hinwegrollte, waren die "Schnulzen" plötzlich vergessen. Elke wurde von dieser rassig fetzigen Music des aus Glasgow stammenden Anthony "Lonnie" Donnegan wie viele andere von uns auch eingefangen und hatte mit dem Skiffle bereits nach kurzer Zeit ihre ersten Amateur-Auftritte. Die Bands hießen: Blue Cotton Skiffle Trams und Modern Style Skiffle Group.

Bereits Anfang der 70er trat sie mit der Gruppe Subway Jazzmen auf. Unvergessen Heino Büchner am Banjo! Mit ihnen lernte sie so ziemlich jeden Jazzschuppen in Norddeutschland kennen. Kontakte aus dieser Zeit halten bis heute! Auf diese Weise ergab sich damals auch der Kontakt zur heute noch bekannten Old Merry Tale Jazzband. Ein ziemlich erfolgreicher Auftritt mit der Old Merry Tale in der damals total angesagten Hamburger "Fabrik" führte zu einem zweijährigen Exlusiv-Vertrag Elkes mit dieser Gruppe. Es folgten monatliche Live-Auftritte, das Einspielen von - heute muss man ja sagen - "echten" Langspielplatten, sozusagen schwarzer Musik, denn die Scheiben waren ja bekanntlich in dieser Farbe. Zwei Titel - OMTJ und ELKE HENDERSEN sowie OMTJ - NEW SONGS, OLD FRIENDS - erschienen 1975.

Die folgenden Jahre waren bestimmt von etlichen Auftritten Elke Hendersens in der Hamburger Jazz-Szene, im CCH, in der Musikhalle, in Kiel, ganz Norddeutschland und führten schließlich auch nach Dresden zum berühmten Dixieland-Festival. Leser des Hamburger Abendblatts wählten sie sowohl 1974 als auch im Folgejahr zur beliebtesten Hamburger Jazzsängerin.

Ein kurzer Side-Step in die Funky-Richtung führte erneut zur Produktion einer erfolgreichen Single, deren Text aber fast ebenso schnell zum Sendeverbot dieser Scheibe. Dank "Alwin" kannte Elke Hendersen spätestens jetzt jeder. Dennoch brachte es die B-Seite "erlaubterweise" und völlig unspektakulär in die Schlagerparade. Schließlich öffnete auch das Fernsehen seine Türen und lud Elke Hendersen zu zahlreichen Sendungen ein, darunter die "Aktuelle Schaubude", "Die große ZDF-Sylvestershow", "Musik ist Trumpf" oder auch "Studio-B".

Ende der 70er Jahre stellte Elke ihr Privatleben nach vorne und gründete ausnahmsweise einmal keine Band sondern eine Familie. Doch während der gesamten Zeit konnte sie nicht von der Musik lassen, und so kam es, dass - kaum dass ihre Tochter erwachsen war - sie in die Musik-Szene zurückdrängte. Einstiegschance war ein ausführliches Interview mit Karin Marciniak im Hamburger Lokalradio 96 MHz am 20. Juni 2003. Elke erhielt nach dieser Sendung viele, viele Anrufe. Einhellige Meinung war, sie sollte Schluss machen mit der Familienpause und an das Mikrofon zurückkehren. Einen Anruf allerdings sollte Elke nicht vergessen. Es meldet sich am anderen Ende der Leitung Heinrich-Otto Leopold, kurz Poldi. Dieser bot Elke an, in einer eigens und neu gegründeten Band als Sängerin auftreten zu können. Elke nahm das Angebot ohne Zögern an, und dieses sollte der Beginn einer langen Freundschaft werden. Nicht nur zu "Poldi" Leopold, den wir ja auch hier im Jazz-Lexikon gewürdigt haben, sondern auch zu den anderen Bandmitgliedern. Da sind neben Poldi und seiner Klarinette und Sopran-Saxofon auch Hans Krahnke mit seiner Dobro und Alfred Pelzer am Bass. Elkes neue Band nennt sich das Hamburg Jazz Quartet und begeisterte seit ihrer Premiere am 8. Novemer 2003 bei über 40 erfolgreichen Auftritten das Publikum.

Daneben freut es besonders, wenn die überaus erfolgreichen Schnelsen Stompers Elke zu einem Auftritt einladen. Ein Auftritt vor dem Schnelsener Publikum, das durch ihre Stompers seit Jahren bei Laune gehalten und verwöhnt wird, ist auch für Elke Hendersen immer wieder eine prickelnde Sache und macht riesigen Spaß. Das dortige Publikum ist einfach spitze!

Letztlich singt Elke noch in der Swinging Hamburg Jazz Corporation, einem Zusammenschluss erfolgreicher Musiker aus verschiedenen Jazz-Gruppen. Die Auftritte mit der Corporation, teilweise aus dem "Alex" am Hamburger Jungfernstieg, teilweise aus anderen Jazz-trächtigen Orten der Hansestadt, werden mitunter vom NDR live übertragen.

BANDS:
Blue Cotton Skiffle Trams
Modern Style Skiffle Group
Subway Jazzmen
Old Merry Tale Jazzband
Hamburg Jazz Quartet
Schnelsen Stompers
Swinging Hamburg Jazz Corporation

2007-01-20

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