Webb, Chick (1907-1939) - Teil 5 - B.G. contra Chick Webb
drums, composer, leader

Als ungekrönter König des Savoy forderte Chick Webb weiterhin die besten Jazzbands seiner Zeit zu Wettkämpfen heraus, u.a. stellten sich ihm die Orchester von Willie Bryant, Teddy Hill und Cab Calloway. Doch hatten sie keine Chance gegen die explosive Webb-Band. 1937 kam es schließlich zu jener musikalischen Marathonschlacht, in der die Big Band von Chick Webb gegen die des King Of Swing, Benny Goodman, antrat. Viertausend Jazzfans, Weiße und Neger, drängten sich in dem Ballsaal und noch einmal so viele standen draußen in der Lenox Avenue.

Vor dieser Kulisse vollzog sich der wohl größte Wettstreit, den Amerika zwischen zwei seiner bedeutendsten Swingbands je erlebt hat. "B.G. contra Chick Webb" verkündeten überall Plakate, und so lauteten auch die Schlagzeilen in der Zeitung.

Wie einst Oliver war auch Benny Goodman mit Zuversicht angetreten, hatte er doch im Gegensatz zu Webb ein stargespicktes Orchester, und auch sein Schlagzeuger brauchte sich nicht zu verstecken: Es war Gene Krupa ... Und auch B.G. verlor die Battle gegen Webb, und Gene Krupa sagte später über Chick Webb: "Ich bin niemals von einem besseren Musiker geschlagen worden!"

Webb bevorzugte die Snare- und Basstrommel. Seine Beckenspielweise ist als dezent und delikat zu bezeichnen, was er auch immer trommelte, war durchsichtig und sauber. Jeder Schlag saß, und es gab bei ihm kein Verwischen, nichts Ungefähres. Schlagzeugsoli brachte er kaum, und wenn, dann waren sie verhältnismäßig kurz und frei von jener Effekthascherei, mit der viele seiner Kollegen und Nachahmer ihr Publikum zu bluffen suchten. (Copyright Rudolf Hopf )

2001-01-01

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