Pastorius, Jaco (1951-1987)
bass guitar, composer

John Francis 'Jaco' Pastorius III, geboren 01.12.1951 in Norristown, Pennsylvania (USA), gestorben am 21.09.1987, wurde durch seinen Vater schon früh mit dem Jazz vertraut. Mit sieben Jahren zog er mit seiner Familie nach Fort Lauderdale, Florida. Dort kam Jaco mit den karibischen Klängen der Kubanischen Schlagzeuger Ensembles und Rhythm and Blues in Berührung. Ursprünglich war er ein Trommler, wechselte aber mit 13 Jahren zum Bassisten.

Jaco PastoriusNach einigen Auftritten in Bands aus der Gegend hatte er seinen ersten Durchbruch mit der C.C. Riders Band. Jaco unterrichtete halbtags Bass-Gitarre an der Universität von Miami. 1976 ging er nach New York, wo er mit Michael Brecker, David Sanborn, Randy Brecker, Hubert Laws, Lenny White, Narada Michel Walden und Herbie Hancock eine Gruppe bildete und ein Album veröffentlichte. In dem selben Jahr war Jaco als Gast auf den Alben von Pat Metheny, Joni Mitchell, Al Di Meola, Ian Hunter und Weather Report zu hören.

1977 trat er der Gruppe Weather Report bei, was eine langsame Veränderung in Jacos Einstellung mit sich brachte. Er fing an, exzessiv zu trinken und sein Benehmen auf der Bühne änderte sich von reserviert bis ausgeflippt. Dieses Verhalten blieb dann nicht auf die Bühne beschränkt, sondern übertrug sich auf sein Leben. 1983 wurde es besonders schlimm, denn er wird verhaftet, weil er in Tokio nackt Motorrad gefahren ist. 1983 sprang er von einem 25 Fuss hohen Balkon in Rimini, Italien. Beim Playboy Festival in Los Angeles veranstaltete Jaco einen solchen Tumult auf der Bühne, dass die Veranstalter ihn rauswarfen.

Der Sommer 1986 war ein einziger Alptraum, so dass Pastorius endlich nachgab und in eine psychatrische Anstalt eintrat. Dort verweigerte er aber alle Versuche, seine psychologischen Mauern zu durchbrechen. Ende des Jahres wurde er entlassen. Er trank keinen nun keinen Tropfen mehr, aber nur für kurze Zeit. Der Alkohol hatte schon vorher verheerenden Schaden an seiner Leber angerichtet, aber jetzt schien er seine Gehirnzellen zu zersetzen.

Jaco Pastorius wird in Deutschland oft ignoriert. Seine tragende Rolle bei Weather Report wird ebenso völlig verkannt. So verwundert es auch nicht, dass er selbst Jazzliebhabern in den seltensten Fällen ein Begriff ist.

Unter Bassisten sind Jacos Errungenschaften aber unumstritten. Pastorius war ein Musiker, der Grenzen in allen Richtungen durchbrochen hat, die Grenzen des Jazz durch die Mitwirkung bei der Entwicklung der Fusion Musik. Er war ohne Zweifel einer der bedeutendsten Bassisten der Welt.

BANDS:
World of Mouth Band (1982)
Weather Report (1976)
Maynard Ferguson Band
C.C. Riders Band
Soul Incorporated
Woodchuck
Tommy Strand & The Upper Hand
Las Olas Brass (1966)

2001-01-01

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