Carter, Ron (*1937)
bass, piccolo bass, composer

Ron CarterRon Carter, geboren 1937 in Michigan (USA), hat wie kaum ein anderer Künstler seines Instruments den Jazz geprägt: seine perfekt ausbalancierte Time, seine brillante Technik, die er sich u.a. auf den renommierten Hochschulen Eastman School, Rochester und Manhattan School, New York aneignete, sein bis dahin ungehört resonanter Sound auf dem Piccolo Bass - einem 3/4-Bass mit Cello-Stimmung - ist Legende.

Legende ist auch Carters stilbildende Zusammenarbeit mit Eric Dolphy 1963 und jene mit Miles Davis von 1965 bis 1968: gemeinsam mit Herbie Hancock und Tony Williams bildete Carter wohl eine der großartigsten Rhythmusgruppen, die der Jazz jemals erlebt hat - und eine der am meisten kopierten.

Legende ist auch die Zusammenarbeit 1965 mit Friedrich Gulda in Europa, Carters Projekte mit Sonny Rollins, Sam Rivers und McCoy Tyner; später, in Hochzeiten des Jazzrock, die Gründung der Band V.S.O.P. im Zuge des Newport Jazzfestivals 1976 mit ehemaligen Mitstreitern aus der Miles Davis-Zeit: Herbie Hancock, Wayne Shorter und Tony Williams; und schließlich, ebenfalls 1976, die Gründung der ersten eigenen Band: Carter übernimmt am Bass die Funktion des Melodieinstruments und des Hauptsolisten - Buster Williams fungiert als Bassist der Rhythmusgruppe, Kenny Barron am Piano und Ben Riley am Schlagzeug vervollständigen die Formation.

Seit den 60-er Jahren führt für junge Bass-Aspiranten an Ron Carter kein Weg vorbei und das, obwohl er auch in Hochzeiten des elektrifizierten Jazz den Kontra- und Piccolobass nur höchst selten gegen die E-Variante austauschte. In den frühen 80-er Jahren war Carter Dauer-Pollgewinner im Jazzmagazin Downbeat. Stanley Clarke, der sich diese Frage einmal öffentlich stellte, kam zu dem Ergebnis, dass die Welt ohne Ron Carter um etliches ärmer wäre.

BANDS:
Ron Carter Quartet (1976)
V.S.O.P. (1976 - Mitbegründer)
Miles Davis

2001-01-01

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